Vererbungslehre

 

 

Mutationen

Die V
ererbung, Die Zucht und die verschiedenen Farben

Grundlagen der Vererbung von Farbmutationen
  

Wer sich mit der Mutationzucht beschäftigt, sollte sich auch mit der 
Vererbungslehre vertraut machen. Um von unliebsamen Überraschungen verschont zu bleiben, ist es notwendig seine Zuchtziele vorher zu kennen. Beherscht ein Züchter diese Regeln, so kann er auch seine Spaltvögel mit einer Garantieerklärung abgeben ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Die Züchterkollegen werden es Ihnen danken. Für jedes Zuchtpaar sollte eine genaue Zuchtbuchführung und eine Zuchtstammkarte selbstverständlich sein.  
 
In den letzten Jahren entwickelten sich
die Mutationen zu einem nicht mehr weck zu denkenden Bestandteil der Haltung australischer Sittiche Das gillt natürlich auch bei den   Grassittichen. Vor nicht all zu langer Zeit waren Mutationen hauptsächlich bei Nymphem - und Singsittichen bekannt. Inzwischen verlaufen die Entwicklungen in einem hohen Tempo und regelmäßig tauchen neue Mutationen auf.
Zu diesem Zeitpunkt sind die Auswirkungen hiervon für die Vogelhaltung nicht überschaubar. Fest steht das durch diese Entwicklungen ein völlig neues Gebiet erschlossen wurde. 

Wichtig ist das in der Vererbungslehre Grundprinzipien und Fachbegriffe für Einsteiger verstehbar und nachvollziehbar sind. 
 

 

 

Kapitel 1
Die Farben

 Zuerst machen wir
uns bekannt mit den verschiedenen Möglichkeiten in Bezug auf die Farben, die das Gefieder hat oder haben kann. Da es sich nur um drei Formen handelt, ist die Einleitung ganz verständlich.

Wir unterscheiden die Pigmente ( Farbstoffe ) Melanin und Karotin ( Karotenoid ) sowie die Strukturfarbe Blau:
 

Melanin: Die dunklen Farbstoffe von Federn, Augen, Schnabel, Füße und Krallen, oder die Farben Schwarz, Grau und Braun.

Karotin: Die Farben Gelb, Orange und Rot, die in Federn und Schnabel vorkommen können.

 
Strukturfarbe:  Blau und Violett. Der Begriff Strukturfarbe gibt an, das die Art der Farbe mit der Struktur der Federn zusammenhängt, also  mit der Art und Weise in der die Federn aufgebaut sind.

Auffälligerweise wird hier die grüne Farbe nicht erwähnt. Grün ist keine sebständige Farbe, sondern eine Kombination aus Gelb (Pikmentfarbe) und Blau (Strukturfarbe) Fällt bei einem grünen Vogel das Gelb weg, dann bleibt die blaue Färbung übrig, verschwindet das Blau, so sehen wir einen gelben Vogel.

 

 

 

Kapitel 2

Mutationen


In einer einfachen Betrachtungsweise sind die Mutationen auf Veränderungen im Melanin und im Karotenoid zurückzuführen. Die Veränderungen trifft man auch bei Strukturfarben an. Diese treten hauptsächlich nur bei den Dunkelfaktoren auf, Hellgrün (Wildfarbe), Dunkelgrün, Olivgrün. Diese Farbtöne entstehen durch Veränderungen in der Federzusammenstellung.

Wir werden uns hier also auf die Veränderungen im Melanin und im Karorenoid beschränken,wobei man in der Hauptsache folgende Formen unterscheiden kann;


 

                                                      1. Pastell:

Bei dieser Mutation wird die Menge des Melanin vermindert. Die Farben der Wildform bleiben in einer helleren, verdünnten  Form erhalten. Zu einem großen Teil  präsentieren sie sich als blasseres Grasgrün. Der gelbe Schönsittich ist ein Beispiel dieser Mutation. 

 

 

 
 
 
 

 

 

Lutino - Albino - Gelb:

 
 
Bei dieser Mutation wird kein  Melanin  gebildet. Bei  Lutinos und  Albinos ist das Melanin aus allen äußeren 
Körperteilen, also aus  Federn, Augen, Schnabel und Krallen ver
schwunden. Bei den gelben Vögeln gilt dies ausschließlich für das Gefieder. Lutinos und Albinos sind diesem Grunde direkt an ihren roten Augen zu erkennen.  Normale Exemplare zeigen diese Rotfärbung nicht. Lutinos unterscheiden sich von Albinos durch die Erhaltung ihrer Farben Gelb, Orange und/oder Rot (also das Karotenoid)  Bei den Albinos sind diese Farben ebenfalls verschwunden, und das Ergebnis ist ein rein weißer Vogel mit roten Augen.
Wichtige Information in diesem Fall sobald das Melanin völlig fehlt kommt die Strukturfarbe Blau als Weiß 
zum Vorschein.   

                                                                              Gescheckt:

Hier wird in Teilen des Gefieders kein Melanin gebildet. Die gescheckte Mutation zeigt ein geflecktes und unregelmäßiges Gefieder, das Melanin ist häufig an willkürlichen Stellen ver -schwunden, wodurch sich gelbe und weiße Flecken formen, deren Umgang sehr unterschiedlich sein kann, ausgehebd von einigen Federn bis beinahe über das gesamte Gefieder. Diese Mutation sollte nicht verwechselt werden mit dem Erscheinungsbild eines bestimmten Nahrungsmangels. Enthält die Nahrung nicht genügend Lysin (Arminosäure), so kann die Bildung von Melanin beeinträchtigt werden. Diese hat eine gelbliche Veränderung der grünen und ein verbleichen der schwarzen Federn zu Folge, die beinahe weiß aussehen können. Wird die Nahrung verbessert, dann können die Federn nach der nächsten Mauser wieder in den ursprünglichen Farben nachwachen.


                                                                           
Opalin

Als zweite Mutation kann hier der sogenannte Opalin erwähnt werden, bei dem das Karotenoid farbenintensiver wird. Blassgelb kann ein sattes Gelb werden, Gelb wird Orange und Rosa wird Rot.
Die Opalinmutation ist nicht einfach zu bestimmen, da das Erscheinungsbild pro Artunterschiedlich sein kann. 
Als ein besonderes Beispiel für eine Opalin Mutation kann man hier nur den Bourkesittich nennen; Die normalerweise Gelblichen Farben haben sich in eine reine rosa Färbung verändert und in Mantel, Rücken, Kopf und in den kleinen Flügeldeckenfedern ist das Melanin verschwunden.


                                                                       Zimt und Falbe

      
 
 
Bei diesen Farben verändert sich die Farbe des Melanins. Das Schwarz wird durch Braun ersetzt, wobei diese Veränderungen beim Zimt eher Braun und beim Falben eher braungrau ist. Dies äußert sich deutlich in den Farben der Schwungfedern. Der Name Zimt beschreibt eine Beige Färbung. Diese Mutationen zeigen verschiedene Erscheinungsformen, die von der Grundfarbe der betreffenden Vogelart abhängig ist.
Ein zuverlässiger Unterschied zwischen Zimt und Falbe liegt in der Augenfarbe der Jungen. Beide Formen werde mit roten Augen geboren. Während diese beim Zimt innerhalb einer Woche dunkler färben, behalten die Falben ihre roten Augen. Im übrigen können Zimt und Falbe sehr ähnlich aussehen. Man nehme hierfür am Besten auch wieder den Vergleich des Timt und des Falben Bourksittichs.

                                                                           Seegrün


Bei dieser Mutation tritt wieder die Verminderung des Karatenoid ein, wodurch das Gefieder weniger Gelb, Orange und / oder Rot zeigt. Diese Farben sind jedoch nur teilweise verschwunden. Bei einer guten Seegrünen Mutation  ist das Karatenoid etwa bis zur Hälfte zurückgegangen. Je mehr Karatenoid verschwindet, um so blauer wird die Farbe, je weniger verschwindet, um so grüner de Vogel. 

                                                                                  Blau

Wenn ein Vogel rein Blau ist, wird kein Karatenoid gebildet. Die Gelben, Orangen und roten Farben sind also ganz verschwunden. Es gibt dann nur noch das Melanin und die Strukturfarbe Blau.

 

 

Kapitel 3
Vererbungsweisen

 
 
Nach der Übersicht der verschiedenen Farben und wie diese zustande kommen, wollen wir nun einen kleinen Einblick in die verschiedenen vererbungsweisen geben. Hierzu erst einmal die verschiedenen Begriffe.

 

 

Dominant

Dominant ist die überherschende, also sichtbare Vererbungsweise.
 
Ist einer der Vögel eines Elternpaares dominant, so zeigen auch die Jungen diese Farben. Wobei es bei dieser Vererbungsweise auch wieder die unvollkommende Dominanz gibt. Das bedeutet das ein Vogel obwohl dominat vererbt wurde seine eigentliche Farbe verdeckt trägt. Das heißt bei einen Schecken zB. das er nie gelbe Federn zeigen wird und doch bei einer Verpaarung wieder gescheckte Junge fallen würden.

 
 

 

 

Rezessiv

Rezessiv beschreibt die zurücktretende oder unsichtbare Farbe. Beispiel: Verpaart man einen dominanten Vogel mit einem rezessiven Vogel, dann zeigen die Nachkommen nur die Farben des dominanten Elternteils. Der rezessive Elternteil verhät sich also zurückhaltend. Die Farbe des rezessiven Tieres Tieres kann jedoch unsichtbar weiterver - erbt werde.

Geschlechtsgebunden 

Die Vererbung der betreffenden Farbe ist an das Geschlecht des jeweiligen Elternteils gebunden (Hahn oder Henne). Die Farben von Mänchen und Weibchen sind also für die Farben und damit auch für das Geschlecht der nachkommen von Bedeutung.

 

 

Autosomal

Autosomal leitet sich von den Begriff Autosomen ab. Chromosomen-paare enthalten die erblichen Eigenschaften, die von den Eltern an die Jungvögel weitergegeben werden. Eine dieser Eigenschaften ist die Geschlechtsbestimmung. Es gibt Chromosomen, die diese ge -schlechtsbestimmenden Gene in sich tragen und andere, die diese Informationen nicht beinhalten. Autosomen sind Chromosomen die erbliche Eigenschaften bestimmen, jedoch keinen Einfluss auf die Ge- schlechtsbestimmung haben.

 

 

Intermediär

Die Jungvögel bewegen sich bei der intermediären Vererbung in Bezug auf ihre Färbung zwischen den mänlichen und den weiblichen Elternteil. Diese Vererbungsform ist bei den Grassittichen sehr selten anzutreffen, Olive Schönsittiche vererben z.B. Intermediär. Spalterbige Tiere gibt es hier bei nicht, verpaart man Olive mit Wildfarbige dann fallen nur Dunkelgrüne Tiere.
 

Spalterbig

Wie schon erwähnt kann ein Vogel eine Farbe unsichtbar in sich tragen und an die Jungen weitergeben. So nennt man einen grünen Sittich der eine Blaue Farbe in sich trägt und weitergeben kann, spalt- erbig in Blau. Die schreibweise dieser Vererbung ist also wie folgt:      Grün / Blau .
Mit Hilfe dieser kurzen Erklärung verschaffen wir uns nun einen guten Ausgangspunkt für die folgenden Paarungsmöglichkeiten. Aus der Erklärung geht auch hervor, dass nur in einer der verschiedenen vererbungsweisen die Kombinationvon Farbe und Geschlecht ausschlaggebend für das Ergebnis ist.  Bei einer geschlechtsge -bunden rezessiven Vererbung führt also eine Verpaarung von einen farbigen Männchen mit einem wildfarbigen Weibchen zu anderen Jungen als eine Kombination von wildfarbigen Männchen und farbigen Weibchen. In allen anderen Vererbungsformen spielen diese faktoren keine Rolle.
Die Begriffe autosomal rezessiv und geschlechtgebunden rezessiv  werden häufig abgekürzt rezessiv und geschlechtsgebunden

 

 


Kapitel 4

Vererbungstabellen

 
 
autosomal rezessiv

Für das Beispiel einer autosomal rezessiven Vererbung haben wir hier den blauen Glanzsittich verwendet. Blau wird mit wildfarbe Grün gepaart.

Eltern Resultat Junge
Männchen   Weibchen   Männchen   Weibchen
Grün X Blau 50 % Grün / Blau   50 % Grün / Blau  
Blau X Grün 50 % Grün / Blau   50 % Grün / Blau  
Grün / Blau X Grün 50 % Grün / Blau 25 % Grün 25 % Grün / Blau 25 % Grün
Grün X Grün / Blau 25 % Grün / Blau 25 % Grün 25 % Grün / Blau 25 % Grün
Grün / Blau X Blau 25 % Grün / Blau 25 % Blau 25 % Grün / Blau 25 % Blau
Blau X Grün / Blau 25 % Grün / Blau 25 % Blau 25 % Grün / Blau 26 % Blau
Grün / Blau X Grün / Blau 25 % Grün / Blau 12,5 % Grün   25 % Grün / Blau 12,5 % Grün
      12,5 % Blau   12,5 % Blau                
Blau X Blau 50 % Blau   50 % Blau  



 
Geschlechtsgebunden rezessiv
                                         
Für das Beispiel einer geschlechtsgebundenen rezessiven Vererbung haben wir den rosa Bourkesittich verwendet. Rosa wird mit der Wildfarbe verpaart.

   Eltern Resultat Junge
Männchen   Weibchen   Männchen   Weibchen
Wildfarbe X Rosa 50 % Wildfarbe / Rosa   50 % Wildfarbe  
Rosa X Wildfarbe 50 % Wildfarbe / Rosa   50 % Rosa  
Wildfarbe / Rosa X Wildfarbe 25 % Wildfarbe / Rosa 25 % Wildfarbe 25 % Wildfarbe  25 % Rosa
Wildfarbe / Rosa X Rosa 25 % Wildfarbe /  Rosa 25 % Rosa 25 % Wildfarbe  25 % Rosa
Rosa X Rosa 50 % Rosa   50 % Rosa  

Dominant

Für das Beispiel einer dominanten Vererbung haben wir den gescheckten Schmucksittch verwendet. Bei der dominanten Vererbung gibt es allerdings einfaktorige und zweifaktorige Vögel, die äußerlich nicht zu unterscheiden sind.


Eltern Resultat Junge
Männchen   Weibchen   Männchen   Weibchen
Schecke II X Schecke II 50 % Schecke   50 % Schecke II  
Schecke I X Schecke I 12,5 % Wildfarbe 12,5 % Schecke II  12,5 % Wildfarbe 12,5 % Schecke II 
      25 % Schecke I      
Schecke II X Wildfarbe 50 % Schecke I   50 % Schecke I  
Wildfarbe X Schecke II 50 % Schecke I   50 % Schecke I  
Schecke II X Schecke I 25 % Schecke  25 % Schecke II  25 % Schecke I  25 % Schecke II 
Schecke I X Schecke II 25 % Schecke I 25 % Schecke II  25 % Schecke I  25 % Schecke II 
Schecke I X Wildfarbe 25 % Wildfarbe 25 % Schecke   25 % Wildfarbe 25 % Schecke I 
Wildfarbe X Schecke I 25 % Wildfarbe 25 % Schecke   25 % Wildfarbe 25 % Schecke I 
 


Intermediär

Diese Vererbung ist sehr selten anzutreffen. Für das Beispiel einer intermediären Vererbung haben wir den oliven Schönsittich verwendet. Spalterbige Tiere gibt es hierbei nicht !

Eltern Resultat Junge
Männchen   Weibchen   Männchen   Weibchen
Dunkelgrün X Wildfarbe 25 % Wildfarbe 25 % Dunkelgrün 25 % Wildfarbe 25 % Dunkelgrün
Wildfarbe X Dunkelgrün 25 % Wildfarbe 25 % Dunkelgrün 25 % Wildfarbe 25 % Dunkelgrün
        12,5 % Oliv   12,5 % Oliv
Dunkelgrün X Dunkelgrün 12,5 % Wildfarbe   12,5 % Wildfarbe  
      25 % Dunkelgrün   25 % Dunkelgrün  
Oliv X Wildfarbe 50 % Dunkelgrün   50 % Dunkelgrün  
Wildfarbe X Oliv 50 % Dunkelgrün   50 % Dunkelgrün  
Dunkelgrün X Oliv 25 % Dunkelgrün 25 % Oliv 25 % Dunkelgrün 25 % Oliv
Oliv X Dunkelgrün 25 % Dunkelgrün 25 % Oliv 25 % Dunkelgrün 25 % Oliv
Oliv X Oliv 50 % Oliv   50 % Oliv  
 
 


 

 

 

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